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Gemeinde Binswangen

Dorfplatz Binswangen

Geschichtliches

Die Gründung der Ortes erfolgte um das Jahr 800, worauf sowohl die Nachsilbe „wang“ (=Feld) im Ortsnamen als auch der Kirchenpatron St. Nikolaus hindeuten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1182. Bis 1300 unterstand das Dorf dem Herzog von Schwaben, danach kam es zu Österreich und fiel 1805 an Bayern. Bedeutende Lehensträger waren in dieser Zeit die Freiherren von Langenmantel (1412–1563), die Schertlin (1569–1638) und die Freiherren von Knöringen (1638– 1769). Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde 1739 erbaut. Die erste Schule dürfte um 1550 entstanden sein. Das heutige Schulhaus wurde 1878 erbaut, 1952 umgebaut und 2011 -2013 generalsaniert.

 

Die Juden fanden nach ihrer Vertreibung aus der freien Reichsstadt Augsburg im Jahr 1348 in verschiedenen Ortschaften der Markgrafschaft Burgau, zu der Binswangen gehörte, eine neue Heimat. Erstmals werden 1525 die Juden in Binswangen urkundlich erwähnt. 1663 wurde der jüdische Friedhof an der Straße nach Wertingen angelegt. Mitte des 19. Jahrhunderts betrug ihr Anteil an der Dorfbevölkerung mit ungefähr 350 Personen ein Drittel. In diese Zeit fällt auch der Bau der Synagoge im Jahr 1837. Auch die beiden Kriege des letzten Jahrhunderts forderten unter den jungen Männern des Dorfes ihren Tribut. Seit dieser Zeit hat die Gemeinde jedoch eine erfreuliche Entwicklung genommen. Durch die Ausweisung mehrerer Neubaugebiete und dem konsequenten Bestreben, die jungen Leute im Ort zu halten, hat Binswangen heute über 1300 Bürger.

Sehenswertes

Synagoge Binswangen

"Alte Synagoge" Binswangen

Errichtet 1836 und 1837 für 8.000 Gulden von der israelitischen Kultusgemeinde Binswangen. Das ehemalige Gotteshaus ist heute die älteste im neomaurischen Stil aufgeführte Synagoge in Deutschland und damit von außergewöhnlicher kunsthistorischer, architektonischer und geschichtlicher Bedeutung. Am 9. November 1938 wurde das Innere der Synagoge von SA-Leuten vollständig zerstört. Nach dem Krieg war sie Kohlenlager, Werkstätte für einen Handwerksbetrieb und letztlich Lager für einen Baustoffhandel. Nach über dreijährigen Restaurierungsarbeiten, die ca. 3 Millionen DM kosteten, wurde die „Alte Synagoge Binswangen“ am 20. Oktober 1996 als Begegnungsstätte eröffnet und bietet Platz für Konzerte, Vorlesungen und Ausstellungen.

Schillinghaus Binswangen
Das „Schillinghaus“
Ehemaliges jüdisches Geschäfts- und Wohnhaus mit reich gegliederter Fassade, vermutlich gebaut um 1810. Die jüdische Familie des Nathan Baldauf betrieb dort ein Textilgeschäft, das durch Verkauf 1903 auf Andreas Schilling und von ihm auf seine Tochter Maria Schilling überging. Im Zuge der Dorferneuerung erfolgte in den Jahren 2010 – 2013 eine Generalsanierung und der Anbau eines modernen, zeitgerechten Musikprobenraumes. Die Nutzung teilen sich mit dem Musikverein, dem Gesangverein, dem Veteranen- Soldaten- und Kameradenverein, dem Chor „Saitenwind“ und der Theatergruppe fünf Gruppierungen
Pfarrkirche St. Nikolaus Binswangen

Pfarrkirche „St. Nikolaus“

1739 erbauten die Knöringer die heutige Kirche im barocken Baustil. 1891 wurde das Satteldach des Turmes durch einen Spitzturm ersetzt. Der Hochaltar ist Neubarock aus dem Jahr 1920 mit viersäuligem Aufbau. Das Altarbild, Öl auf Leinwand, wurde um 1740 geschaffen und zeigt den Hl. Nikolaus auf Wolken schwebend. Die Kanzel ist um 1740 entstanden. 1959 erhielt die Kirche ein neues Geläut mit vier Glocken und 1996 eine neue Orgel, gebaut von der Dillinger Orgelbaufirma Sandtner.

Veranstaltungstipps:

  • Skapulierfest: jeweils am 3. Sonntag im Juli
  • Fischerfest: immer am letzten Juli-Samstag am Gemeindeweiher im Ried
  • Jahreskonzert: im letzten November-Samstag in der Mehrzweckhalle
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