Sie sind hier:
 

Markt Wittislingen im Egautal

Die Wittislinger Störche auf dem Kirchturm-Dach

Zur Ortsgeschichte

Naturräumlich gesehen liegt der Markt Wittislingen nahezu punktgenau am Südrand der Schwäbischen Alb bzw. im unmittelbaren Übergang zur Hochterrasse des in Nordost-Südwest-Richtung verlaufenden Naturraumes Donauried.

Die Schwäbische Alb ist der geologisch älteste Naturraum im Landkreis Dillingen. Der Ort liegt inmitten einer archäologisch ungewöhnlich ertragreichen Region.

 

Vereinzelte Funde mittelpaläolithischer Steinwerkzeuge belegen, dass das heutige Gemeindegebiet schon zu Zeiten des Neanderthalers (ca. 100.000 bis 30.000 v. Chr.) begangen wurde. Aufgrund der überaus günstigen geographisch-strategischen Lage ist es wahrscheinlich, dass der Ursprung der heutigen Ortschaft Wittislingen bis in die 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts zurückreicht, als das Land nördlich der Donau nach den Vorstößen der Alemannen in den Jahren 60 n. Chr. durch die Römer aufgegeben wurde.

 

Spätestens im 7. Jh. war Wittislingen Sitz eines alemannischen Hochadelsgeschlechts mit fränkischen Verbindungen, wofür der bereits im Jahr 1881 entdeckte Fund des bedeutenden sog. „Wittislinger Fürstengrab“ (etwa aus dem Jahre 680) spricht. Diesem Hochadel gehörte wohl auch die spätere Wittislinger Adelsfamilie der sog. „Hupaldinger“ an, welche sich zu Beginn des 10. Jh. bei dem damaligen Dorf Oberdillingen eine Burganlage als neuen Herrschaftssitz erbaute. Diesem Geschlecht entstammt auch der Hl. Ulrich bzw. Udalrich, der in Wittislingen geboren und später Bischof von Augsburg (923-973) wurde.

 

Die erste (urkundliche) Nennung Wittislingen datiert aus dem Jahr 973, als sich Bischof Udalrich von Augsburg nach Wittislingen begibt und Anordnungen über den Kirchenumbau trifft, in welcher die Grabstätten seiner Vorfahren und Mutter Dietpirch, später Thietburga genannt, lagen. Am 21. Juni 1955 wurde dem Pfarrdorf Wittislingen als Anerkennung für die geschichtliche Bedeutung und Stellung der Gegenwart die Bezeichnung „Markt“ verliehen. Heute ist Wittislingen eine lebenswerte Wohngemeinde für Jung und Alt.

Wittislinger Kirchturm

Kath. Pfarrkirche

St. Ulrich und Martin

Barocker, in seinem westlichen Giebeldreieck drei markante Gesimse aufweisender Saalbau. Die alte romanische Kirche wurde in den Jahren 1750 bis 1752 neu errichtet und Ende des 18. Jh. erweitert.

Der Kirchturm ist freistehend, 37 m hoch  und im Untergeschoß aus Quader- und Bruchsteinmauerwerk erbaut. Er stammt aus dem 13. Jh. und gehörte wohl zur einstigen „Burg“.

Kath. Friedhofskapelle

St. Leonhard

Einschiffiger Bau mit eingezogenem korbbogig geschlossenem Chor, Dachreiter mit Zwiebelhaube.

Rathaus (rechts) und altes Fachwerkhaus (links)

Rathaus (im Kern 16. Jhd.), zweigeschossiger giebelständiger Sattelbau mit Treppengiebel.

Kath. Pfarrkirche St. Ägidius

im Ortsteil Schabringen

Einschiffiger Bau mit quadratischem Westturm, flachgedecktes Langhaus mit eingezogenem, korbbogig geschlossenem Chor und Flachdecke.
Weitere Impressionen von Wittislingen und Umgebung

Wissenswertes:

In der Egau-Aue am südöstlichen Ortsrand von Wittislingen sind größere „Kalktuff“ bzw. „Röhren- oder Stengeltuff“-Vorkommen vorhanden. Die schwäbische Bezeichnung „Dauch“ wurde in die Wissenschaft übernommen. Mit einer Mächtigkeite von ca. 5 – 6 Meter wurden die hoch anstehenden Kalktuffsande in der Nachkriegszeit abgebaut. Die „konservierend“ wirkenden einzigartigen Quellkalkprofile leisteten einen wichtigen Beitrag zur Klimaerforschung bis hin zur letzten Eiszeit.
Dillinger Land Login